Wie du die Energie deiner Gefühle für dich nutzen kannst

Hallo, ihr Lieben! :)

Gestern habe ich 20 Minuten meine Kopfhörer gesucht. Letztendlich musste ich mir eingestehen, dass ich diese Kopfhörer im Fitnesscenter vergessen hatte. Ich rief also an, hatte aber keinen Erfolg. Sie waren weg. Ich mochte diese Kopfhörer und hatte noch vor knapp einem Jahr 120€ für sie bezahlt.

Nach kurzem ärgern, spürte ich Trauer. Ich urteilte über mich selbst und analysierte wie mir dies passieren konnte. „Ich bin ein Idiot.“, dachte ich mir, „Wieso hast du nicht besser auf sie aufgepasst?“ Ich war traurig und dieses Gefühl hielt an.

Ich kenne natürlich diese Selbstgespräche mittlerweile. Ich kenne auch das Gefühl, dass durch solche Gedanken entsteht. In den letzten Jahren habe ich viel dazugelernt und mittlerweile fühle ich mich so, als ob „ich“ ein Schauspiel beobachte. Mit Interesse, Faszination und ein wenig Abstand:

• „Wie unverantwortlich von dir.“ (Gefühl: schuldig fühlen)
• „Ist doch nicht so schlimm Andrej. Dir geht es gut! Es sind doch nur Kopfhörer.“ (Gefühl: Hoffnung)
• „Jetzt kann ich beim Fahrrad fahren keine Musik mehr hören.“ (Gefühl: traurig sein)
• „Probiere es doch mal aus, vielleicht macht es Spaß ohne Kopfhörer.“ (Gefühl: Neugier)
• usw.

Wow! Was für ein Bühnenauftritt. Ich wusste, dass ich diesen Gedanken keine Beachtung schenken muss, wenn ich nicht will. Ich ließ sie einfach auslaufen und beobachtet weiter die Schauspiel mit Faszination. Es sind alles nur Gedanken und Gefühle. Ich bin viel mehr als die bloße Ansammlung von meinen Gedanken und Gefühlen. Durch sie wird mein Leben bereichert, aber sie sind nicht mein Boss.

Ich bin viel mehr als die bloße Ansammlung von meinen Gedanken und Gefühlen. Durch sie wird mein Leben bereichert, aber sie sind nicht mein Boss.Andrej Uhrich

Das Gefühl der Traurigkeit breitete sich weiterhin in mir aus. Ich ließ es zu. Denn warum sollte ich flüchten oder mich ablenken? Es ist nur ein Gefühl. Ich fühlte es im Magen, in meiner Brust und in meinem Gesicht (speziell in den Augen).

Ich ließ diesem Gefühl freien Lauf. Ich „lehnte“ mich zurück und ließ „es“ geschehen. Was ich danach feststellte war wieder mal wunderschön. Ich kenne diese Empfindungen schon seit ungefähr einem Jahr. Damals realisierte ich diese Tiefe, die hinter dem Gefühl liegt. Die Schönheit der Energie hinter dem Gefühl, wenn man „es“ komplett zulässt!

Lass mich erklären. Denn ich möchte dich in den folgenden Zeilen ein wenig inspirieren. Bleib offen und schau einfach mal, was dir hochkommt:

Stell dir einfach vor, dass hinter dem Ausdruck des Lebens (wozu auch Emotionen gehören) eine bestimmte „Energie“ steckt. Die gleiche Energie, die irgendwie (keiner weiß wie) in dir wirkt und deine Körpermechanismen, deine Regeneration und deine Handlungen ermöglicht. Diese Energie wirkt durch dich und ermöglicht dir, jetzt gerade zum Beispiel, bewusst diese Zeilen zu lesen.

Wenn wir diese Annahme der Energie aufnehmen und damit herumspielen, dann bedeutet dies, dass Freude, Liebe, Ärger, Trauer, Scham etc. aus der gleichen „Quelle“ entspringen. Die Energie hinter dem Leben. Deine Emotionen sind dann nur verschiedene „Ausdrücke“ dieser Energie!

Du kennst diese Energie und du hast dich in der Vergangenheit (als Kind) sehr wohl in ihr Gefühlt. Was ist, wenn du das wieder könntest? Wenn du weißt, dass die Trauer, Ärger etc. nicht alles ist, sondern, dass hinter dem Gefühl ein riesiger See voller nicht manifestierte Energie liegt (auch Potential genannt). Wie schaffst du das?

Probiere mal folgendes aus: Das nächste Mal, wenn du Trauer oder Ärger fühlst versuche nicht zu fliehen, versuche nicht dir etwas auszureden, mit dir zu verhandeln oder dich abzulenken, sondern fühle das Gefühl komplett. Entspannt, offen und frei! Lass das Gefühl zu und beobachte einfach (Tipp: Mach dies am besten alleine). Lenke deine komplette Aufmerksamkeit auf dieses Gefühl und lass es „sein/ihr Ding“ tun.

Mein Tipp: Betrachte einfach diese Energie, die Entfaltung und die Wirkung auf deinen Körper und Geist. Urteile nicht und versuche nichts zu ändern, sondern lass das Gefühl herumtoben. Spüre dabei alle Stimuli und Empfindungen. Schau mal, ob du diese Ladung aushältst, ohne anzufangen dich „bewusst“ einzumischen. Lass es geschehen.

Versuche dabei wirklich auf die Grundsubstanz des Gefühls zu achten. Was ist das? Wo genau kommt das her? Was wirkt in mir? Wie ist die Beschaffenheit? Was ist die Tiefe? Wo ist der Anfang des Gefühls?

Das lustige ist: Du kannst das gleiche mit Freude, Neid und Liebe machen. Wenn du ganz ganz tief gehst, wirst du feststellen, dass die Quelle immer die gleiche ist; pure Energie. Die Manifestation ist nur anders. 

Wenn du das schaffst für dich zu erspüren, dann ist der Drang guten Gefühlen nachzujagen und schlechte Gefühl zu vermeiden, kleiner. Du lebst dadurch eine größere Vielfalt. Denn Trauer, Angst und Neid könnten wundervolle Gefühle sein, wenn wir ganz genau wissen, dass sie (a) temporär sind und (b) keine Macht über uns haben.

Gedanken und unser Gefühle sind unsere Werkzeuge. Sie ermöglichen uns ein volleres Leben zu leben. Problematisch wird es, wenn sie anfangen uns zu beherrschen. Aber das liegt in unserer Kraft und passiert auch dann meistens, wenn wir vor ihnen fliehen oder mit dem Gefühl oder Gedanken verhandeln. Wir fragen dann es: „Was kann ich tun, damit es aufhört?“

Wie würde sich dein Leben verändern, wenn du wüsstest, dass Angst, Selbstzweifel und Unsicherheit alles Expressionen der gleichen Quelle sind. Was würde passieren, wenn du genau weißt, dass diese Gefühle zwar da sein können, aber (a) keine Macht über dich haben und (b) es vollkommen okay (sogar spannend und schön) ist diese Gefühle zu fühlen.

Versuch es mal. Ich weiß, es ist vielleicht leichter gesagt als getan. Aber trotzdem probiere es mal. Gefühle werden nur zum Problem, wenn wir anfangen über sie zu urteilen und dadurch unsere eigene Realität kreieren. Wenn ich zu mir sage: „Du bist ja ein Schwächling!“, wenn ich Angst spüre vor einer Präsentation, dann wird dies zum Problem. Die „Angst“ ist etwas und mittlerweile genieße ich sie, weil sie ein Teil der Energie ist, ein Teil meines Lebens und es macht Spaß sie wahrzunehmen, zu entdecken und dadurch mehr über mich zu lernen.

Meine Einladung: Schaue einfach mal die nächsten Tage, wie stark deine Selbstgespräche mit deinen Gefühlen verbunden sind. Versuche auch deine Gefühle deutlicher wahrzunehmen, ohne sie manipulieren zu wollen.

Setzte dich im Prozess niemals unter Druck, stelle an dich keine Erwartungen und mach dies am besten spielerisch und mit einer Portion an Faszination. Deine Einsichten werden schon rechtzeitig kommen :).

Ich drücke dir die Daumen. Alles Liebe,
Andrej

P.S.  Die Inhalte meiner Artikel repräsentieren die individuellen Einsichten und Erfahrungen aus meinem Leben, aber auch meine Erkenntnisse und mein Wissen aus den Bereichen Coaching, Psychologie und Meditation. Ich habe dabei nie den Anspruch, dass meine Wahrheit auch deine sein muss! Mein Tipp: Nimm dir einen positiven Impuls für dein Leben heraus und verwerfe den Rest. Es geht hier schließlich um dich! Du weißt am besten, was dir gut tut ;)


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6 Comments on “Wie du die Energie deiner Gefühle für dich nutzen kannst”

  1. Ein sehr interessanter und inspirierender Beitrag !!! Das Thema Traurigkeit und den richtigen Umgang damit hat für einen an Depressionen Leidenden eine wichtige Bedeutung.
    Das man in Zeiten der Traurigkeit auch Energie für sich selber ziehen kann, ist für mich ein neuer Gesichtspunkt. Ich werde versuchen, das für mich umzusetzen. Vielen Dank für deinen Beitrag, Andrej !!!

  2. Das ist so ein wunderbarer toller Text genau passend zu dem wie ich auch zur Zeit ständig empfinde…Jedes Gefühl gat etwas Magisches…auch Trauer Traurigkeit Wut selbst Enttäuschung Kränkung .auch wenn sich das erstmal seltsam anhört ergibt sich daraus erst …auch aus dem Zulassen dieser Gefühle die Tiefe des Lebens und Erlebens…hab vor kurzem still Tränen der Enttäuschung/Traurigkeit/Wut ..alles in allem auf meine kleine Nichte (16 Jahre) unkommentiert einfach am Familientisch fließen lassen ..als es bemerkt wurde irgendwann (man kann ja auch weinen ohne jedes Geräusch) bat ich drum mich nicht dazu äußern zu müssen ..alles sei gut ..und in dem Moment war auch alles gut und ich versöhnt mit meiner Nichte und dem was passiert war ..das Gefühl musste sich einfach Bahn brechen und einen Ausdruck finden in Form von Tränen und dem zulassen der Tränen…Danach und während dessen ging es mir nicht schlecht ..da hatte ich auch dieses Gefühl das Andrej so treffend in seinem Text beschreibt…ein Gefühl des Einsseins mit allem dem grossen Abenteuer „Leben“in allen Varianten und Dimensionen…danke Andrej dafür wie gut du es wieder auf den Punkt das Wort die Zeilen gebracht hast….

  3. Sehr gut beschrieben!Kann mir gut vorstellen das es funktionieren kann und denke mal es ist auch bewiesen durch die vielen Feedbacks von Menschen die diese Denkweisen praktizieren.Bin erst am Anfang und werde sicher noch eine weile brauchen bis ich so weit bin.Aber dieser Artikel gibt mir mal wieder den Antrieb weiter zu machen denn genau da will ich hin!Danke Andrej!!!

  4. Eine interessante Sichtweise. Gefühle bereichern das Leben, welches auf und ab geht. Diese Wellen zuzulassen, aufmerksam zu beobachten -ohne sie zu bewerten, machen die Vielfältigkeit im Leben aus und das Leben geht weiter. Gefühle kommen und gehen.

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