Was ist Meditation eigentlich?

Andrej-cover1Als ich 2010 mit dem Meditieren anfing, war ich erschrocken wie wirr und hektisch meine Gedanken in meinem Kopf herumschwirrten. Als ob ich einen Tornado da oben im Kopf habe. Auch mein Gefühlsleben war von Extremen geprägt. Ich wurde leicht irritiert, konnte mich sehr schlecht konzentrieren, war ein Meister im Aufschieben von Dingen und wirkte teilweise sehr zerstreut.

Ich entdeckte, dass mir die Meditation eine Möglichkeit bietet meinen Geist und meine Aufmerksamkeit zu schulen. Ich erkannte und lernte ziemlich viel über meine Gedankenmuster, über meine emotionalen Reaktionen und über meine Prägungen.

Des Weiteren steigerte sich auch meine Konzentration, ich wurde viel gelassener und meine Stressresistenz erhöhte sich um einiges. Darüber hinaus fühlte ich mich wohler, zufriedener und motivierter. Meiner Meinung nach ist die Meditation  eines der potentesten Mittel sein inneres Potential besser zu erkennen und zu nutzen. Es gibt nichts besseres und wenn du erst einmal die Effekte der Meditation am eigenen Leibe spürst wirst du dich fragen: Warum meditieren eigentlich nicht alle?

Warum meditiert nicht jeder?

Ja, warum eigentlich nicht?

Der Wichtigste Punkt ist, dass Meditation nicht zu unserer Kultur gehört. Viele Menschen verstehen nicht was Meditation eigentlich ist und kennen es zumeist aus Filmen oder von dieser einen komischen Frau im Dorf, die Heilsteine verkauft und glaubt Menschen durchs Zaubersprüche zu heilen. Es gibt viele Vorurteile und Missverständnisse über die Meditation.

Das Meditieren an sich ist uns auch nicht wirklich vertraut. Wir leben in einem Macher-Land. Das heißt wir erledigen gerne Dinge; sei es im Gespräch oder bei der Arbeit. Ja selbst, wenn wir einen Film gucken, dann sind wir lieber “mittendrin” und fiebern mit. Und wenn ich meine Seele einfach baumeln lasse? Bin ich dann auch dann etwas am erledigen? Ja, zu einem gewissen Grad schon. Die meisten Menschen grübeln über etwas nach, manche Tagträumen und andere planen schon den Morgen. Meditation wirkt da auf dem ersten Blick eher kontra-intuitiv. Wie kann ich meinen Geist und meine Aufmerksamkeit schulen, wenn ich im da bloß dasitze? Denn schließlich muss ich bei der Meditation nichts erledigen. Stimmt.

Was ist Meditation eigentlich?

Meditation hat in erster Linie nichts mit Religion, Spiritualität oder Esoterik zu tun. Meditation ist an sich wie der Begriff Sport.

shutterstock_116262151Im Grunde ähnelt die Meditation dem Sport. Der Sport beschreibt unterschiedliche Bewegungs-, Spiel- und Wettkampfformen, auch Sportarten genannt. Meditation beschreibt in erster Linie unterschiedliche mentale Übungen, auch Meditationstechniken genannt. Die Vielfalt der Me- ditationstechniken ist genauso zahlreich wie die der Sportarten. Die einen erfordern Bewegung, die anderen bestimmte Haltungen und wiederum andere eine bestimmte geistige Haltungen. Die Vielfalt ist enorm.

So wie beim Sport haben auch hier einzelne Menschen oder Gruppen bestimmte Meditationstechniken erfunden und verbreitet; manche wurden berühmt, andere nicht, manche haben viele Anhänger, andere nicht und manche folgen strengen Regeln und Ritualen, und manche nicht.

Anders als beim Sport jedoch, beschäftigen sich manche Meditationstechniken mit bestimmten Weltanschauungen. Da heißt es dann zum Beispiel: “Lass die Energie durch dein Körper fließen.”, “Wir sind alle eins.”, “Verbinde dich mit dem Universum.” und so weiter.

Und anders als beim Sport, unterstellen manche Meditationstechniken eine bestimmte Psychologie bzw. Physiologie des Menschen. Da heißt es dann zum Beispiel: “Öffne dein Herzchakra.”, “Trete mit deinem inneren Kind in Verbindung.”, “Löse dein Ego auf.” und so weiter.

Ich möchte hier nicht den Wahrheitscharakter der Anschauungen analysieren. Dies ist nicht meine Aufgabe. Wie die Welt und der Mensch jenseits wissenschaftlicher Erkenntnisse und meiner pragmatischen Ansichten geschaffen ist, weiß ich schlichtweg nicht.

Was ist also Meditation? Trotz der vielen Weltanschauungen, Ritualen und Regeln haben alle Meditationstechniken eines gemeinsam: Das Element der mentalen Übung. Bei allen Meditationstechniken wird die Aufmerksamkeit auf etwas gerichtet und dort gehalten. Sobald die Aufmerksamkeit abdriftet, wird diese sanft wieder zum Ausgangspunkt des Fokuses zurückgeführt. Das ist schon alles. Meditation hat an sich nichts Mystisches, nichts Religiöses und eigentlich auch nichts Didaktisches.
Also nochmal zusammengefasst: Meditation ist in ihrer reinster Form eine mentale Übung. Es kommt immer auf die bestimmte Meditationstechnik und die dazugehörigen Rituale, Weltanschauungen und Regeln an, ob sie zu dir passt oder nicht.
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