Suchst du auch manchmal Aufmerksamkeit

Hallo, ihr Lieben! :)

Als Kind habe ich es geliebt Menschen zu beobachten. Ich wunderte mich immer über die Kommunikationspannen zwischen Menschen. Die Menschen um mich herum waren irgendwie komisch. Sie sagten das eine, meinten aber etwas anderes.

Ich sah Angst und Scham. Kommuniziert wurde jedoch Ärger. Ich sah Selbstzweifel und Unsicherheit. Kommuniziert wurde jedoch Stolz. Ich sah Misstrauen und Vorsicht. Kommuniziert wurde jedoch Gastfreundlichkeit. Es war faszinierend und verwirrend zugleich.

Ein bestimmtes Verhalten (also die dahinterliegende Aussage) konnte ich damals aber nicht durchschauen und es hat sehr lange gedauert bis es bei mir „Klick“ gemacht hat. Selbst im meinem Psychologiestudium war es mir nicht möglich. Dies war eines der Gründe, dass mein damals bester Freund sagte: „Andrej, ich glaube, du hast ein Helfersyndrom.“

Ich kommunizierte gerne mit Menschen. Als ich zum Beispiel 19 Jahre alt war, hatte ich meine kleine Wohnung. Die Tür war immer offen. Ich ging zur Schule und hatte viel Zeit. Also kamen zu mir Mitschüler und sprachen über ihr Leben. Ich hörte mir ihre Probleme an. Ich nickte, tröstete und sagte:“Mhhhm, ich verstehe.“ Ich stellte Fragen, bohrte nach und versuchte ihnen eine andere Perspektive zu geben.

Die meisten Personen hatten wirklich etwas auf dem Herzen und ich erkannte ihre „reale Aussage“. Hier konnte ich helfen! Aber an eine bestimmte Gruppe kam ich nicht heran. Ich fühlte ihren Schmerz und ich fühlte wie sie sich durch die Energie im Gespräch besser fühlten. Ich spürte, wie sie meine Aufmerksamkeit genossen und wie sie ihre Probleme von allen Seiten betrachteten. Aber es wurde mit jedem Gespräch eher schlimmer, als besser. Was war dort los?

Erst nach meinem Studium bemerkte ich dieses immer wiederkehrende Muster. Die konstanten Aussagen führten immer wieder auf die gleiche „reale Aussage“zurück, die ich vom Kindesalter an nicht verstehen konnte. Erst im Jahr 2012 machte es bei mir „Klick“.

Viele Menschen in unserer Gesellschaft vertiefen sich immer weiter in ihre Probleme, weil sie Mitgefühl, Zuneigung und Aufmerksamkeit von ihrer Umwelt bekommen.Andrej Uhrich

Meine Einsicht war: Viele Menschen in unserer Gesellschaft vertiefen sich immer weiter in ihre Probleme, weil sie Mitgefühl, Zuneigung und Aufmerksamkeit von ihrer Umwelt bekommen. Je größer das Problem, desto größer das Mitgefühl, die Zuneigung und die Aufmerksamkeit der Umwelt. Wenn dieses Problem auf einmal weg wäre, dann wäre auch das Mitgefühl, die Zuneigung und die Aufmerksamkeit weg. So wird das „Opfertum“ bestärkt.
Vorsicht(!): Ich sage nicht, dass diese Menschen schauspielern, bewusst ein Komplott schmieden und absichtlich alle an der Nase herumführen (obwohl manche es sicherlich tun). Ich meine eher die Gruppe Menschen in unserer Gesellschaft, die unbewusst in ihrem eigenen Kreislauf gefangen sind. Und diese Gruppe, ist meiner Meinung nach, nicht klein!

Ich verdeutliche dies mal an einer Geschichte aus einem sehr guten Buch von Mirsakarim Norbekov namens Eselsweisheiten. Norberkov beschreibt: Stell dir ein kleines Kind vor. Für dieses Kind ist die Liebe der Eltern das Wichtigste auf der Welt. Und stell dir jetzt vor, das Kind geht am Nachmittag zum Papa. Papa nimmt das Kind auf dem Arm spielt mit ihm/ihr für ein paar Minuten und sagt:“Papa is müde, ich komme gerade von der Arbeit. Geh mal zur Mama.“ Das Kind geht zur Mama. Sie ist in der Küche, kocht und sagt: „Gehe mal zur Oma!“ Das Kind geht zur Oma. Findet dort aber nicht die Liebe und Zuneigung, die sie/er sich von den Eltern wünscht.

Was ist, wenn aber das Kind sagt:“Mama/Papa ich habe Bauchschmerzen!“ Plötzlich hat es die komplette Aufmerksamkeit der Eltern. Was ist, wenn noch Fieber dazu kommt? Starkes Fieber! Kindergarten fällt weg, die Mama (oder Papa) nimmt Urlaub und das Kind bekommt alle Zuneigung der Welt.

Wir alle wollen irgendwo Zuneigung, Aufmerksamkeit, Wertschätzung und Liebe. Und wir alle haben (unbewusst) Strategien entwickelt, um das zu bekommen. Einige verwenden Fleiß, manche Liebe und wiederum andere Mitgefühl. Wenn dein Körper und dein Geist aber irgendwann mal (automatisch und unbewusst) die folgende interne Schlussfolgerung getroffen haben:“Je mehr ich leide, desto mehr Zuneigung, Aufmerksamkeit, Wertschätzung und Liebe bekomme ich“, dann kannst du dir vorstellen, wie man unbewusst sein eigene Leben gestaltet.

Ich hoffe, du erahnst den Punkt, den ich hier deutlich machen möchte. Probleme, Schwierigkeiten und Opfertum bringen viele positive Seiten mit sich. Und auf einer Ebene ist es doch toll, wenn jemand sich um uns kümmert und uns Liebe gibt. Ganz wie früher, als wir noch Kinder waren.

Ich möchte hier auf keinen Fall generalisieren und Menschen, die wirklich Hilfe suchen, in diesen Topf werfen. Nein! Aber vielleicht kennst du dieses Gefühl, das dir Menschen wirklich, wirklich zuhören, wenn du über ein erstes Problem redest. Sie hören dir dann zu, um dich zu verstehen und nicht, um selber an die Reihe zu kommen. So etwas kann wirklich süchtig machen. Vor allem, wenn die Person sehr harte Schicksalsschläge erlebt hat und ihrem eigenen Kopfkino gefangen ist.

Und jetzt stell dir die Frage: Inwieweit tust du diesen Menschen etwas Gutes, wenn du nickst, Mitgefühl zeigt und versuchst mit aller deiner Kraft für die Person da zu sein? Kann es sogar sein, dass DU die Geschichte, die die Person sich selber (unbewusst) erzählt, sogar bestärkst? Kann es sein, dass du durch dein „nicken“ das Problem festigst? Kann es sein, dass die Person sich in dem Moment bejaht fühlt, wie schlimm ihr/sein Leben eigentlich ist.

Mittlerweile reagiere ich nahezu allergisch auf solche Muster. Was mir früher nicht zugänglich war, wird mir jetzt immer deutlicher. Ich glaube, wir alle sind hier nicht unschuldig und nähren uns ab und zu an der Aufmerksamkeit/Energie anderer, während wir uns gleichzeitig in unseren eigenen Problemen herumsulen.

Meine Aufforderung: Beobachte mal dein und das Verhalten anderer und schau mal, ob du solche Muster feststellen kannst. Das Ziel liegt nur im beobachten. Werde dir einfach solcher Muster bewusst. Versuche den Menschen hinter diesem Muster zu sehen. Was möchte er/sie eigentlich? Wonach sucht sie/er? Was liegt dahinter? Wichtig ist hier nicht Probleme zu sehen und zu festigen, sondern eher den Menschen und sein/ihr Potential zu sehen und ihm/ihr deine vollste Aufmerksamkeit und Wertschätzung zu geben; nicht dem Problem!! Die meisten Menschen schalten sofort in „Problemlösungsmodus“, wenn jemand ihnen von einem Problem erzählt. Wir entfernen uns vom Menschen und fokussieren uns 100% auf das Problem. Aber bestärken wir damit nicht eher das Problem und vernachlässigen den Menschen?

Ich hoffe, ich konnte dich mit diesem Blog-Artikel ein wenig inspirieren, nach Innen zu schauen und eventuell deine Umwelt mit etwas anderen Augen zu sehen. Wenn ja, könnte er auch für deine Freunde interessant sein? Dann teile ihn gerne via Facebook mit einem ganz besonderen Menschen.

Bist du neugierig geworden und möchtest dich auch gerne weiterentwickeln? Hier ist deine Chance. Starte die Meditation-Challenge diesen Montag mit einer tollen Gruppe und schau einfach mal, ob dies etwas für dich ist. Hier geht’s zur kostenlosen Anmeldung.

Alles Liebe
Andrej

P.S. Jeden Donnerstag Morgen findest du hier einen neuen Beitrag. Die Inhalte meiner Blogartikel repräsentieren die individuellen Einsichten und Erfahrungen aus meinem Leben, aber auch meine Erkenntnisse und mein Wissen aus den Bereichen Coaching, Psychologie und Meditation. Ich habe dabei nie den Anspruch, dass meine Wahrheit auch deine sein muss! Mein Tipp: Nimm dir einen positiven Impuls für dein Leben heraus und verwerfe den Rest. Es geht hier schließlich um dich! Du weißt am besten, was dir gut tut ;)


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