Die Stimmen in deinem Kopf

Hallo , ihr Lieben!

Wer bin ich – und wenn, ja wie viele?
Ich denke, jedem ist bewusst, dass unsere Persönlichkeit bzw. unser Sein multidimensional ist.
Vielleicht bemerkst du diese Tatsache, wenn du dich mit dir selber unterhältst. Sagen wir, du kommst in ein Restaurant. Es duftet großartig. Du sagst zu dir: „Hmmm, das duftet ja großartig! Ich bekomme Hunger.“ Ist das nicht komisch? Ich frage mich in solchen Situationen immer: „Wer spricht hier zu wem?“

„Ich“ rieche doch das leckere Essen und „ich“ spüre doch, dass ich Hunger habe. Wieso wiederhole „ich“ diese Feststellung nochmal. Und zu wem „spreche“ ich hier? Und jetzt stell dir vor, du stellst gerade deine Ernährung um und wolltest heute mal nur Salat essen.

Solche Momente, und die daraus resultierende Selbstgespräche, können echt absonderlich sein.
Ein Beispiel: Ich: „Hmmm, da bekomme ich ja richtig Hunger bei dem Braten.“ Ich:“Aber heute esse ich doch nur Salat!“ Ich:“Bist du dir sicher? Vielleicht nur ein bisschen? Ich:“Nein, Andrej! Es hieß doch, heute nur Salat. Willst du dein Wort jetzt schon brechen?“ Ich:“Hey, Moment mal! Markus isst voll oft Braten und er sieht gesund aus und fühlt sich auch top.“ Ich:“Ja, aber du bist nicht Markus. Glaub mir du wirst dich nachher besser fühlen.“ Ich:“Jetzt ist aber Schluss. Lass deine Gedanken ziehen. Ruhe! Psst!“ Ich:“Ich habe doch aber so Hunger! Und Salat ist blöd. Ich will braten.“ Ich:“Recht hast du! Salat ist blöd! Und es riecht hier so gut.“ Ich:“Aber Salat ist auch cool! Du! Probier mal!“ Ich:“Jetzt aber Ruhe hier! Es kann doch nicht sein, dass ich mich jetzt davon ablenken lasse.“

Kommt dir so etwas bekannt vor?
Stell dir mal vor, ich oder du würde dies nicht in der Privatsphäre unseres Kopfes machen, sondern wir würden dies laut aussprechen. Mit aller Sicherheit würde jemand einen Arzt rufen.

Aber wo kommen diese Stimmen her? Und wen repräsentieren sie?

Die Geschichte beginnt, als du noch ganz klein warst. Dein Gehirn verarbeitet hier sehr viele Daten. Es erkennt immer wiederkehrende Wahrnehmungen aus der Umwelt und verbindet diese mit bestimmten Gefühlen. Diese Zusammenhänge werden gespeichert. Nachdem Milliarden von Informationsbits im Gedächtnis gespeichert wurden, passiert eine profunde Transformation.
Die Informationen formen sich neu und das Gefühl des „Ichs“ wird geboren. Die folgende Erkenntnis findet statt: „Ich habe diese Erfahrungen.“,“Ich habe Hunger.“ oder „Ich fühle mich sicher.“

In diesem Stadium bist du noch ein Baby (ca. 1-2 Jahre alt). Das Gute und Schlechte ist, das die Verbindungen zwischen Umwelt, Gefühl und Gedächtnis (dein Ich also) viel Raum zur eigenen (arbiträren) Gestaltung geben.
Ein Kind wird in einer bestimmten Situation für 30 Minuten alleine gelassen und macht keine signifikante Verbindung. Für ein anderes Kind bedeutet dies: „Wenn ich jemanden brauche, ist keiner da. Ich bin also alleine. Ich muss alleine klarkommen.“
Ein Kind hört einen Streit und verbindet damit nichts. Ein anderes Kind denkt: „Die Welt ist gefährlich. Menschen sind gefährlich.“
Natürlich passiert dies nicht wörtlich und natürlich sind diese Verbindungen nicht in Stein gemeißelt. Es sind viel mehr Fundamente, auf denen die restlichen Verbindungen (Umwelt, Emotionen, Gedanken, Identität etc.) gebaut werden.

Viele nennen diese frühe Formung dieses Fundaments deiner Persönlichkeit: Dein inneres Kind. Andrej Uhrich

Eine Repräsentation der Realität wird geformt. Man kann hier zwar Tendenzen auf die Erziehung schließen, aber es gibt keine ultimative Formel. Ein Blick, ein Wort oder eine Situation können die zukünftige Identität des Kindes vollkommen verändern. Zum „Positiven“ oder „Negativen“. Viele nennen diese frühe Formung dieses Fundaments deiner Persönlichkeit: Dein inneres Kind.

Dies ist eine sehr wichtige Stimme, die dich dein ganzes Leben mit beeinflussen wird. Diese Verbindungen (dein inneres Kind) wirkt jetzt immer noch. Diese Stimme spricht immer noch zu dir (bewusst oder unbewusst). Diese Stimme ist ein großer Teil deiner Persönlichkeit. Wichtig ist zu erkennen, dass all diese Stimmen nur das Beste für dich (für sich) wollen. Sie alle haben aber ihre eigene Wahrheit über die Realität. Dein inneres Kind kann nur mit den Erkenntnissen, Strategien und Werkzeugen hantieren, die es als Kind gelernt hat.

Welche Stimmen zu dir sprechen und wie sie auf dich wirken, hängt von vielen Faktoren ab. Und ja: Es kann manchmal sehr, sehr verwirrend und schwierig sein zwischen den Stimmen zu unterscheiden. Auch widersprechen sich diese Stimmen so oft. Sie streiten sich wortwörtlich.

Eine Stimme kann deinen evolutionären Trieb darstellen. Mir wird wahrscheinlich immer das Wasser im Mund zusammenlaufen, wenn es lecker duftet. Genauso wird die Stimme meiner Mutter auftauchen, wenn ich vor großen finanziellen Entscheidungen stehe. Wahrscheinlich wird sich auch mein pubertäres Ich durchsetzten, wenn ich im sportlichen Wettbewerb mit Freunden stehe. Mein kulturelles Ich wird sich auch stark bemerkbar machen, wenn ich im Ausland Urlaub machen. Wie viele Stimmen (Identitäten) du hast, lässt sich schwer sagen. Ich glaube, es sind viel mehr als wir glauben. Die meisten Stimmen buhlen auch sehr oft um Aufmerksamkeit und Wahrheit. Und sobald du eine der Stimmen als Wahrheit akzeptierst, kann sich deine ganze Identität schlagartig verändern. Deine Haltung, deine Gedanken und dein ganzes Gemüt. Wir merken dies am besten, wenn wir seit langer Zeit unsere Eltern, Geschwister, alte Freunde usw. besuchen.

Diese Stimmen/Identitäten/Rollen helfen uns in unserer Realität und können sinnvolle Werkzeuge repräsentieren. Sie können uns aber auch fertigmachen und zerstören.

Zwei der wichtigsten Erkenntnisse über diese Stimmen sind aber:

  1. Diese Stimmen sind ein Teil von dir (du bist die Stimme). Du hast sie (unbewusst) erschaffen. Sie gehört dir.
  2. Sie sind nicht real! Sie stellen Strategien, Werkzeuge und Verbindungen dar, damit du dich in der Umwelt navigieren kannst. Diese Stimmen wurden in deinem innersten Erschaffen und können dir dienen. Sie können aber auch deine Welt zum Alptraum machen.

Mein Tipp: Realisiere nur, dass du diese Stimmen irgendwann erschaffen hast. Du fühlst sie und sie wirken auf dein ganzes Sein (Gefühle, Gedanken, Wahrnehmungen etc.). Aber sie sind nicht real! Es sind lediglich nur Stimmen (auch wenn die Gefühle real sind!!!). Diese Stimmen repräsentieren Geschichten (Verbindungen) über die Realität und dich. Es sind Geschichten, die du fühlst und in denen du immer der/die Hauptdarsteller/in bist.

Mein Appell: Höre diesen Stimmen einfach mal zu. Versuche herauszufinden, wo diese Stimmen herkommen. Probiere die Stimmen zu unterscheiden.

Und sehr wichtig: Erfahre, dass die Stimmen bloße Geschichten über die Realität/über dich sind, die Du in der Vergangenheit geformt hast. Du kannst, brauchst aber auf die Geschichten (Stimmen), die du dir selbst erzählst, fühlst und wahrnimmst nicht zu hören. Du brauchst sie nicht als real anzusehen, wenn du es nicht willst. Akzeptiere sie ruhig, spiele mit diesen Geschichten und steigere dich auch rein, wenn du willst. Merke dir aber immer (!) dies sind bloße Geschichten.

Vor ein paar Monaten habe ich spaßeshalber im Impro-Theater mitgemacht. Ich fand es ziemlich cool. Um schauspielern zu können, musst du dich in deine Rolle, deine Geschichte reinsteigern. Dies habe ich getan. In verschiedenen Szenen war ich sauer, verliebt oder traurig. Ich habe die Geschichten akzeptiert und mich reingesteigert. Das Feedback der Leute war echt gut.

Während des Impro-Spiels, wusste ich aber immer eins: Dies ist nur ein Spiel. Auch heute schimpfe ich mit meinem Computer und schmeiße einen Stift gegen die Wann, wenn ich mit einem Programm nicht weiterkommen. Ich mache dies aber immer mit einer inneren Überzeugung und Bewusstheit, dass dies einfach eine Geschichte ist, die ich abspiele. Ich erfreue mich sogar über den Adrenalinstoß und über die innerliche Anspannung. In dem Moment erfahre ich gleichzeitig meine Menschlichkeit und auch die Absurdität bzw. die Macht der eigenen Geschichte, der eigenen Stimme und des eigenen Schauspiels, dass sich in mir abspielt.

Diese Erkenntnis gibt mir sehr viel Spielraum und macht den Umgang mit Gefühlen, wie Angst, Schmerz, Trauer usw. sehr viel einfacher.

Ich hoffe, dieser Blog-Artikel inspiriert dich ein wenig dazu, über deine inneren Stimmen nachzudenken und evtl. etwas konstruktiver mit diesen Stimmen umzugehen. Ein Versuch ist es wert (denke ich). :)

Hat dich dieser Blog-Artikel inspiriert und könnte er auch für deine Freunde interessant sein? Dann teile ihn gerne via Facebook mit einem ganz besonderen Menschen.

Bist du neugierig geworden und möchtest dich auch gerne noch bewusster werden, was die unterschiedlichen Stimmen in deinem Kopf angeht? Hier ist deine Chance. Starte die Meditation-Challenge diesen Montag mit einer tollen Gruppe und schau einfach mal, ob dies etwas für dich ist. Hier geht’s zur kostenlosen Anmeldung.

Fühl dich umarmt.

Viele liebe Grüße aus Berlin,
Andrej

P.S. Jeden Donnerstag Morgen findest du hier einen neuen Beitrag. Die Inhalte meiner Blogartikel repräsentieren die individuellen Einsichten und Erfahrungen aus meinem Leben, aber auch meine Erkenntnisse und mein Wissen aus den Bereichen Coaching, Psychologie und Meditation. Ich habe dabei nie den Anspruch, dass meine Wahrheit auch deine sein muss! Mein Tipp: Nimm dir einen positiven Impuls für dein Leben heraus und verwerfe den Rest. Es geht hier schließlich um dich! Du weißt am besten, was dir gut tut ;)


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