Der Umgang mit Wahrheit und Informationen

Hallo, ihr Lieben! :)

Letztens unterhielt ich mich mit einem Freund über ein Buch. In unserem Gespräch meinte er: „Diesem Autor kann man nicht mehr trauen. Ich habe gelesen, dass seine Behauptungen vor kurzem widerlegt wurden.“

Eine valide Aussage. Obwohl ich mich dann gefragt habe: „Warum sollte ich überhaupt einer Person bzw. Organisation trauen, die Informationen verbreitet?“

Dies ist sicherlich eine krasse Aussage. Aber lass mich bitte erklären, was ich meine. Ich will hier unter keinen Umständen jemanden etwas unterstellen. Ich will auch nicht sagen, dass du von Lügnern umgeben bist.

Nein! Ich möchte dir vielmehr mitteilen, dass Informationen vielschichtig sind. Selbst „harte Fakten“ können auf verschiedene Art und Weise interpretiert werden. Natürlich haben wir Grundwahrheiten in „Mathematik“, „Physik“,“Chemie“ etc. Aber auch hier gibt es immer wieder „Ausreißer“, die den aktuellen Gesetzmäßigkeiten widersprechen.

Wenn wir die alltäglichen Informationen betrachten – Informationen, die du über die Medien, Bücher, Internet etc. erhältst – kann es sein, dass die Informationen oft „vielschichtiger“ sind, als wir annehmen? Kann es sein, dass viele Informationen in vielfacher Weise verzerrt, vermischt und „befangen“ präsentiert werden?

Wenn du jetzt „Ja“ denkst, dann muss dies noch nichts heißen. Denn oft passiert dies vollkommen unschuldig und mit den besten Intentionen. Natürlich passiert dies auch oft absichtlich.

Ich möchte mich aber in diesem Blog-Artikel absichtlich von Medien, einem bestimmten Weltbild, Meinungsmache, Politik etc. distanzieren. Ich möchte dich in diesem Blog-Artikel lediglich dazu einladen die Informationen, die du jeden Tag erhältst mit etwas Distanz zu betrachten. Wie wir das machen können, werde ich dir am Ende des Artikels verraten. Erst einmal möchte ich meinen Punkt bezüglich der Vielschichtigkeit von Informationen näher erläutern. Was meine ich also?

Nun, vielleicht hast du mal festgestellt, dass z.B. Kaffee in den Medien über die letzten Jahre mal als gesund, mal als ungesund dargestellt wurde. Genauso ist es mit Butter, Milch, Früchten, Fleisch, Eiern etc.

Dieses Hin und Her gilt nicht nur für das Thema Ernährung. In Psychologie, Wirtschaft, Politik, Sport und unzähligen anderen Fachgebieten herrscht oft eine große Unstimmigkeit, ein großes Durcheinander.

Viele Richtlinien, die wir zum Beispiel kennen und die gesetzlich festgeschrieben sind, sind keine ultimativen Wahrheiten. Weist du z.B. wie der Richtwert der Maximalmenge an verschiedenen „Giftstoffen“ im Essen festgesetzt wurde? Man hat einen bestimmten Giftstoff Ratten gegeben und ihn erhöht. Sobald die Ratte davon gesundheitliche Schäden bekam, hat man die Menge durch 1000 geteilt und dies als Maximalwert für Menschen bestimmt. Fertig!

Ich will hier nicht das Verfahren kritisieren. Ich will nur sagen, dass ein großer Teil der Informationen, die uns umgeben „unausgewogen“ sind. Man versucht oft mit bestem Wissen und Gewissen „Wahrheiten“ zu schaffen. Diese „Wahrheiten“ können aber in ein paar Jahren wieder „falsch“ sein. Wahrheit ist oft ein schwammiger Begriff.

Ich glaube an das folgende Prinzip: Die Welt in der du lebst wurde von Menschen erschaffen, die nicht klüger sind als du selbst. Andrej Uhrich

Ich glaube an das folgende Prinzip: Die Welt in der du lebst wurde von Menschen erschaffen, die nicht klüger sind als du selbst.

Wie bestimmt du für dich Wahrheit? Glaubst du an deinen Verstand, dein analytisches Denken, deine Intuition etc.? Vertraust du einer Autorität? Folgst du der Meinung der Masse? Baust du auf Freunde, Verwandte etc.?

Verschiedene psychologische Studien haben sich mit diesem Thema befasst. Die Ergebnisse sind hier sehr interessant und oft auch erschreckend.

Ein Beispiel von mir: Früher habe ich stark an Autoritäten geglaubt. Ich sah meinen Hausarzt z.B. als „Herr“ an. Er wusste Bescheid. Wenn er eine Diagnose stellte, dann war dies für mich die absolute Wahrheit. Wenn er sagte, ich sollte diese Pillen nehmen, dann tat ich dies. Sozusagen nahezu blindes Vertrauen in die Wahrheit meines Arztes.

Wenn du dich aber informierst, dann wirst du feststellen, dass Ärzte sehr oft einfachen Protokollen folgen. Diese Protokolle sagen genau, was sie wann diagnostizieren und was sie wann verschreiben. Diese Protokolle wurden von Verbänden fertiggestellt. In diesen Verbänden sitzen auch Vertreter von Pharmaunternehmen. Wer weiß inwieweit dieses System zu einer „Reparatur-Medizin“ führt, die mit Hilfe von Arzneimittel unterstützt wird, führt. Ich weiß es nicht. Ist also die Wahrheit des Arztes (also seine Diagnose) die absolute Wahrheit? Hmmm, wer weiß. Wahrheit, so habe ich für mich gelernt, ist oft vielschichtig.

Wie schon oben erwähnt: Ich möchte hier keinem etwas unterstellen. Ich möchte dich nur darauf aufmerksam machen, das Wahrheit oft vielschichtiger ist als wir glauben. Dazu leben wir auch noch in einer Welt voller Interessengemeinschaften. Jede Gemeinschaft hat ihre Glaubenssysteme und beansprucht ein Teil der Wahrheit für sich. Dies ist ganz normal.

Des Weiteren kommt noch die Evolution. Denn unser Gehirn ist evolutionär programmiert, um Energie zu sparen. Wir mögen Kontraste und einfache Antworten auf komplizierte Fragen. Ich glaube, dies ist eines der Gründe, dass wir oft ein inneres Bedürfnis haben an der Hand genommen zu werden. Wir wollen uns sicher fühlen. Viele nehmen liebend gern die Wahrheit von Institutionen oder Gemeinschaften an.
Siehe Religion, Interessenverbände, politische Parteien etc. Wir wollen zu einer „Wahrheit“ dazugehören. Wir wollen ankommen. Wir sehnen uns oft nach festen Rahmenbedingungen. Wir wollen einfache Informationen, um uns in dieser komplizierten Welt zu orientieren. Unser Gehirn liebt das „Schachteldenken“. Es mag Kategorien. Es mag feste Strukturen. Diese Tendenz kann schon mal Probleme für uns und unsere Gesellschaft bereiten.

Nun, wie können wir bezüglich der Wahrheit, die uns umgibt unseren Horizont erweitern? Wie können wir auf eine andere Art und Weise mit den alltäglichen Informationen umgehen? Geht das überhaupt? Vielleicht!

Vielleicht hilft dir der folgende Kontrast. Mich hat dieser Vergleich damals stark inspiriert. Schau mal, ob sich bei dir etwas tut.

Es geht hier um deine Perspektive. Stell dir den Unterschied in der Perspektive zwischen einem Kulturanthropologen und einem Maschinisten/Ingenieur vor.

Ein Maschinist/Ingenieur braucht genaue Daten und Fakten. Entweder ist etwas „wahr“ oder „unwahr“. Entweder es funktioniert oder es funktioniert nicht. Entweder ist dies der richtige Weg oder der falsche. Alles ist am besten kategorisiert, mit Einheiten versehen und gut geordnet. Wahrheit ist hier absolut und berechenbar.

Ich glaube, dass die Ansicht des Maschinisten/Ingenieurs in vielen von uns steckt. Viele von uns wurden so erzogen. Diese Ansicht ist nicht unbedingt schlecht. Sie hilft uns in vielen Bereichen unseres Lebens. Ich denke auch, sie ist verantwortlich für viele technologische Errungenschaften in der Welt. Ich glaube aber auch, dass sie zu vielen Problemen führt.

Schauen wir uns im Kontrast unseren Kulturanthropologen an. Stelle dir vor, dieser stößt gerade auf eine unbekannte Kultur im Urwald. Der Kulturanthropologe betrachtet das Geschehen mit Staunen und Faszination. Er versucht verschiedene Bereiche dieser neuentdeckten Kultur so gut wie möglich unvoreingenommen zu betrachten. Er studiert die Bräuche, die sozialen Strukturen und zieht seine Schlüsse. Weil er nicht genau weiß, was da wirklich vorgeht, akzeptiert er, dass er sich niemals wirklich sicher sein kann, was die „Wahrheit“ ist. Wahrheit kann sich in seinem Auge ständig verändern.

Ich denke, wir beherrschen die Ansicht des Maschinisten/Ingenieurs schon ganz gut. Wie wäre es, die Perspektive des Kulturanthropologen mal öfters anzunehmen? Würdest du davon profitieren? Was meinst du?

Ein Beispiel von mir: Ab und zu schaue ich mir Morgens nach dem Aufstehen Nachrichten an. Ich habe schon seit 15 Jahren keinen Fernseher. Das Internet ist mein Freund. ;) Hier gucke ich mir deutsche Nachrichten an. Danach schaue ich mir Nachrichten aus den USA an. Dann aus Russland. Danach aus den arabischen Ländern. Ich brauche dafür ca. 20 Minuten.

Ich nutze hier die Perspektive des Kulturanthropologen und bin fasziniert wie verschieden Nachrichten z.B. zum selben Ereignis ausgestrahlt werden. Ich mache mir Gedanken darüber. Ich stelle Vermutungen auf. Dabei weiß ich natürlich, dass ich zu vielen Themen nur eine Meinung habe und nicht die Wahrheit trage. Ich nehme die Perspektive des Kulturanthropologen an. Dies ist meine Lieblingsmethode um mich über das Weltgeschehen zu informieren.

Ich möchte dich jetzt damit nicht auffordern Nachrichten auf die gleiche Art und Weise zu konsumieren. Nein! Bloß nicht! Dies sollte nur ein Beispiel sein. Denn wenn dich ein Thema sehr interessiert, hast du sicherlich auch festgestellt, dass es sehr viele Ansichten dazu gibt.

Meine Einladung darum an dich: Betrachte vermehrt Informationen, die du täglich erhältst mit der Perspektive eines Kulturanthropologen/ einer Kulturanthropologin. Du kannst dabei natürlich Menschen trauen. Du kannst die Informationen auch annehmen. Du kannst mit ihnen arbeiten. Behalte aber bitte im Hinterkopf: Informationen sind oft vielschichtig.

Meine letzte Bitte an dich: Betrachte auch mein Geschriebenes. Meine Kurse und meine Aussagen mit der gleichen kulturanthropologischen Ansicht. Schau mal, ob es dir etwas bringt. Wenn ja, arbeite mit meinen Thesen. Wenn nicht, verwerfe diese. Ich beanspruche keine absolute Wahrheit. Ich weiß auch, dass sich meine Überzeugungen ständig ändern. Ich versuche nur nach besten Wissen und Gewissen euch Informationen zur Verfügung zu stellen, die euch bei euren Zielen, Wünschen und Wegen unterstützen sollen. Wenn dies der Fall ist, dann freue ich mich umso mehr. Wenn nicht, dann ist dies nicht so schlimm. Du bist der/die Experte/in deines Lebens.

Meine Reise hat schon viele Früchte getragen. Ich weiß aber, dass ich noch ganz am Anfang stehe. Die Tiefe des Lebens ist unergründlich. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt. Und wir alle können uns glücklich schätzen in einer Zeit zu leben, wo wir die Möglichkeit haben diese tiefer in unserem Leben zu ergründen und uns dabei gegenseitig zu helfen.

Ich drücke dir dabei ganz feste die Daumen.

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Bist du neugierig geworden und möchtest dich auch gerne weiterentwickeln? Hier ist deine Chance. Starte die Meditation-Challenge diesen Montag mit einer tollen Gruppe und schau einfach mal, ob dies etwas für dich ist. Hier geht’s zur kostenlosen Anmeldung.

Nur das Beste,
Andrej

P.S. Jeden Donnerstag Morgen findest du hier einen neuen Beitrag. Die Inhalte meiner Blogartikel repräsentieren die individuellen Einsichten und Erfahrungen aus meinem Leben, aber auch meine Erkenntnisse und mein Wissen aus den Bereichen Coaching, Psychologie und Meditation. Ich habe dabei nie den Anspruch, dass meine Wahrheit auch deine sein muss! Mein Tipp: Nimm dir einen positiven Impuls für dein Leben heraus und verwerfe den Rest. Es geht hier schließlich um dich! Du weißt am besten, was dir gut tut ;)


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